Studien zur Konfirmandenarbeit

Konfi3 ist laut der Württemberger Studie ein „Erfolgsmodell mit Optimierungchancen“. (Download: erfolgsmodell-mit-optimierungschancen.doc [42 KB])

In drei wissenschaftlichen Studien wird die Konfirmandenarbeit (KONFI 3 und KU7/8) in Württemberg, auf EKD-Ebene und im europäischen Vergleich untersucht. Hier finden Sie Beschreibungen und Links zu den jeweiligen Projekten.

BUNDESWEITE STUDIE ZUR KONFIRMANDENARBEIT

Jedes Jahr lassen sich in Deutschland mehr als 250.000 Jugendliche konfirmieren. Was motiviert die jungen Menschen zur Teilnahme an Konfirmandenunterricht und Konfirmation? Welche Erfahrungen machen sie in ihrer Konfirmandenzeit? Welche Konzeptionen verfolgen Pfarrer/innen und Ehrenamtliche in der Konfirmandenarbeit und was erreichen sie damit? Welche Auswirkungen hat Konfirmandenarbeit aus Sicht der Eltern?

Im Auftrag der Gliedkirchen der EKD wurden im Konfirmandenjahrgang 2008 über 11.000 Konfirmanden sowie Mitarbeitende und Eltern in 635 Kirchengemeinden befragt. Die Studie wird verantwortet vom Lehrstuhl für Evang. Religionspädagogik an der Universität Tübingen und dem Comenius-Institut Münster. Die Studie ist zudem Teil und Ausgangspunkt einer internationalen Vergleichsstudie zur Konfirmandenarbeit in sieben europäischen Ländern.

WEITERE INFORMATIONEN http://www.konfirmandenarbeit.eu/

 

Studie Württemberg

Wissenschaftliche Begleitung der Reform von Konfirmandenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unter besonderer Berücksichtigung des Erprobungsmodells KU 3/8 ist angesiedelt am Lehrstuhl für Praktische Theologie II/Religionspädagogik von Prof. Dr. Friedrich Schweitzer an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Neben dem Projektleiter Prof. Dr. Friedrich Schweitzer arbeiten im Projekt derzeit zwei wissenschaftliche Mitarbeiter sowie mehrere studentische Hilfskräfte. Auftraggeber der wissenschaftlichen Begleitung ist die Evangelische Landeskirche in Württemberg, vertreten durch den Oberkirchenrat, Referat 2.2: Kirchliche Zielgruppenarbeit. Kooperationspartner ist das Pädagogisch-Theologische Zentrum (ptz) der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Stuttgart Birkach.
WEITERE INFORMATIONEN http://www.ku-forschung.de/

 

INTERNATIONAL RESEARCH ON CONFIRMATION WORK

Confirmation work is one of the most important educational efforts in many Protestant churches in different countries. The question whether this work is successful and how it could be improved is of great interest for the churches.

What strategies can be considered successful? Which organizational models should be pursued? How do the participants feel about the content and the different programs?

The international study aims at researching confirmation training in different countries with similar questionnaires. The results will help to optimize the conceptual developments in confirmation training in the future.

The international comparative study is currently conducted in seven European countries: Austria, Denmark, Finland, Germany, Norway, Sweden, Switzerland

WEITERE INFORMATIONEN http://www.confirmation-research.eu/

 

 

Vernetzung Konfi 3 – Jungschar – Kinderkirche

Miteinander für die Kinder

In vielen Gemeinden gibt es unterschiedliche Angebote für Kinder. Sie alle haben das Ziel, Kinder auf dem Weg des Glaubens zu begleiten, sie zum Glauben und zur Gemeinde hinzuführen. Die verschiedenen Angebote haben unterschiedliche Schwerpunkte. Die folgende Tabelle bietet eine schnelle Übersicht über die Schwerpunkte von Jungschar, Konfi 3 und Kinderkirche. Eine Vernetzung ist wünschenswert. Man kann sich gegenseitig unterstützen. Konfi 3 wirkt nachhaltiger, wenn es mit den weiteren Angeboten der Kirchengemeinde vernetzt ist.

Jungschar Konfi 3 Kindergottesdienst
Teilnehmer Kinder 5-12 Jahre,die Interesse am Angebot haben, oder die Anschluss suchen Kinder 8/9 Jahre, die durch die Verbindung zur Konfirmation im volkskirchlichen Rahmen erreicht werden Kinder 3-13 Jahre, die in der Regel von Eltern „geschickt“ werden
Mitarbeiter Jugendliche, seltener Erwachsene, die Kontakt zur Gemeinde haben Eltern der Kinder, die oft um der Kinder willen mitmachen und indirekt auch für sich Jugendliche und Erwachsene, denen oft der Gottesdienst wichtig ist
Rahmen Regelmäßig Zeitlich begrenzt, ca. Oktober-März, überschaubare Zahl von Gruppenstunden, kleine Gruppe, die Raum für Fragen des einzelnen Kindes lässt Regelmäßig, v.a. sonntags, am Gottesdienst orientiert (Raum, Liturgie, Musik, Gebet, Segen)
Methoden
  • (biblische) Geschichten
  • Lieder
  • Spiel und Spaß
  • Miteinander feiern, Gemeinschaft erleben
  • Gestalten
  • Aktion
  • liturgischer Rahmen
  • Gebet
  • Teilnahme, Mitgestaltung beim(Familien)gottesdienst
Gemeinsame Ziele
  • mit den Kindern Spaß haben
  • sie begleiten
  • ihnen Werte fürs Leben mitgeben
  • Bezug zur Gemeinde

Ablauf einer KONFI3-Stunde

1. Liturgischer Anfang

Der Anfang der Gruppenstunde hat liturgische Elemente, die jeweils wieder-kehren. Und zu einem festen Ritual werden können. Das hilft den Kindern, einen Konfi3-mittag im Haus der Freundin von einem Kindergeburtstag zu unterscheiden. Das wiederkehrende Ritual gibt den Kindern (und Eltern) Sicherheit. Gleichzeitig verbindet es mit den Ritualen im Gottesdienst, z.B. durch die Kerze, Psalmgebet, Lieder. Der je nach Thema vorbereitete Tisch macht den Kindern deutlich, dass sie willkommen und erwartet sind.

Am Anfang kann eine kleine Ankommrunde stehen, bei der die Kinder kurz die Gelegenheit haben zu erzählen, was sie gerade beschäftigt. Dadurch wird jedes Kind einzeln wahrgenommen und man vermeidet, dass das, was beschäftigt, später vielleicht stört.

Um sich mit den Kindern auf die Stunde einzustimmen oder an die letzte Stunde anzuknüpfen, ist ein gemeinsames Lied eine gute Möglichkeit. Es ist jeweils für Anfang und Schluss der Stunde ein passendes Lied vorgeschlagen. Auch Lieder aus dem EG (Evang. Gesangbuch) kommen dabei vor, damit die Kinder auch im Gottesdienst, z.B. bei einer Taufe im Bekanntenkreis, Vertrautes wiederentdecken.  Es sind überwiegend bekannte und nicht zu schwierige Lieder, damit alle mitsingen können. Evtl. kann man Kinder, die Flöte spielen, mit einbeziehen. (Es gibt eine Cassette, auf der die meisten Lieder drauf sind, für die, denen sie unbekannt sind.)

Das Entzünden der Gruppenkerze macht augenscheinlich, was Jesus uns verheißt: dass er mitten unter uns sein will und unser Leben warm und hell macht. Die Nähe zur Altarkerze ist gewollt. Jedes Mal darf ein anderes Kind die Kerze anzünden und den Spruch sagen. Auch das Psalmgebet zu Beginn erinnert an Gottesdienst und Kindergottes-dienst. Es wird im Wechsel gebetet, in Gruppen oder einzelne Kinder abwechselnd mit allen. Der Psalm kann mit der liturgischen „Ehr sei dem Vater“ schließen. Vielleicht ist es für manche Kinder eine Annährung ans Gebet, dass sie mit den Worten des Psalms lernen können, zu Gott zu reden, ihm zu danken und ihn zu bitten. Ps 23, der sich durch die Abendmahlseinheit zieht, ist Lerntext in Klasse 3.

2. Thema der Stunde

Am Anfang steht meist ein Einstieg ins Thema, durch ein Symbol, durch Sprichwörter, einen kurzen Impuls o.Ä. Im Zentrum steht die Erzählung einer biblischen Geschichte. Für Kinder haben Erzählungen eine große Bedeutung. Sie identifizieren sich mit Personen aus der Geschichte. Geschichten helfen ihnen, sich und das Leben zu verstehen. Und durch Geschichten werden die Inhalte von Taufe und Abendmahl anschaulich und für sie bedeutsam.

Deshalb ist es wichtig, die Geschichte gut vorzubereiten. Im Ordner finden sich unterschiedliche Erzählvorschläge, z.T. aus der Sicht einer Person. Gut ist es auch, Gegenstände, die in der Geschichte eine Rolle spielen, einzubauen; oder Sie können die Geschichte mit Playmobil-Figuren nacherzählen oder anschließend von den Kindern nachspielen lassen. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Tauschen Sie sich untereinander aus. Und haben Sie den Mut, auch mal eine Geschichte, frei zu erzählen. (Das muss aber niemand; besser gut vorgelesen als schlecht erzählt, da dann die Gefahr groß ist, dass die Kinder unaufmerksam werden.) Eine gute Hilfe sind die „Neukirchner Kinderbibel“ und „Neukirchner Erzähl-bibel“ von Irmgard Weth. Da die Kinder schon eine Bibel bekommen, ist es auch gut, mit ihnen die Stelle, wo die Geschichte steht, aufzuschlagen und nachzulesen (sie bekommen für jede Geschichte ein kleines Lesezeichen).

3. Gestaltung des Themas

Durch kreative Elemente wie Basten, Spielen u.s.w. und durch vertiefende Gespräche geschieht die Auseinandersetzung und Verinnerlichung der Geschichte. Auch da sind Sie relativ frei in der Gestaltung. Sie kennen die Kinder und wissen, was sie ansprechen könnte (das kann in verschiedenen Tischgruppen ganz Unterschiedliches sein).

Damit die Produkte auch entsprechend gewürdigt werden, sollen sie im Ordner abgeheftet werden (muss man in diesem Alter ausdrücklich sagen) oder auch im Gottesdienst vorkommen.

Gerade dieser Teil ist zeitlich schlecht zu planen. Haben Sie Mut zur Lücke und auch zu „Hausaufgaben“ (z.B. beim Taufbüchlein). Im Ordner finden Sie ein Blatt mit Spielvorschlägen für Zwischendurch, falls es unruhig wird oder noch ein paar Kinder beschäftigt werden müssen. Wichtig ist, dass die Kinder jedes Mal Mäppchen, Schere und Kleber dabei haben. Das meiste andere Bastelmaterial bekommen Sie an den Vorbereitungsabenden.

4. Abschluss

Vor dem Abschluss wird darauf hingewiesen, ob für das nächste Treffen etwas vorzubereiten oder mitzubringen ist ( Erinnerungszettel sind hilfreich). Der Abschluss ist wieder ein gleichbleibendes Ritual mit Gebet, das das Thema der Stunde aufnimmt, und Lied. Im Liederordner findet sich auch das Lied „Gott, dein guter Segen“, das sich außerdem gut für en Schluss eignet. Dann erst wird die Gruppenkerze ausgeblasen.

 

Motivation Ehrenamtlicher für KONFI3

Texte und Informationen zur Motivation und Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in KONFI 3.

gewinnung-ehrenamtlicher.doc [87 KB]

„Finden wir genügend Ehrenamtliche?“

 

„Die zentrale Frage, die sich im Anschluss an die Einführung des Modells Konfi 3 ergibt, ist, ob sich …genügend (geeignete) Ehrenamtliche für die Durchführung der Kleingruppentreffen finden.“(Studie S.123)

Konfi 3 lebt vom Engagement der Ehrenamtlichen, im Besonderen der Eltern.

Deshalb ist es hilfreich, danach zu fragen, was Eltern bewegt, bei Konfi 3 mitzuarbeiten.

Studie Tabelle S.73:

An erster Stelle steht für die Eltern, dass sie etwas für ihr Kind tun möchten.

„Ich hab’ es jetzt auch meiner Tochter zuliebe gemacht, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass ich sage: OK. Ich mach’s vielleicht auch unabhängig davon noch einmal.“ (Studie S.74) Auch ihr Interesse an einer christlichen Erziehung für ihr Kind ist mit ausschlaggebend.

Darin sind sie auf das Taufversprechen, das sie gegeben haben, ansprechbar.

Aber beachtlich ist auch die Aussage von über der Hälfte der Eltern (57%), dass sie sich in Konfi 3 engagieren, weil es ihnen selbst gut tut.

Und dabei handelt es sich überwiegend nicht um Menschen, die schon einen Bezug zur Kirchengemeinde hätten, sondern mehr als die Hälfte der Eltern war vorher in der Gemeinde nicht aktiv (54%), viele den Hauptamtlichen bis dahin nicht bekannt (41%).

Für viele Tischeltern ist Konfi 3 eine Möglichkeit, sich wieder der Kirche anzunähern oder sich neu mit Glaubensfragen zu beschäftigen. (Studie S.61)

„Und ich finde es auch für mich eine Bereicherung, weil ich mich doch noch mal anders mit meinem Glauben und meiner Einstellung auseinandersetze. Ich setzte mich auch viel mehr mit der Bibel auseinander. Das finde ich schon, ja, einfach bereichernd auch und es tut mir auch gut.“ (Sudie S..68)

 „Schon allein die Elternabende, wo man den Pfarrer dann immer wieder löchern konnte, mit allen möglichen Fragen, das war einfach schon auch klasse, weil du einfach wieder zum Nachdenken kommst und du dir überlegst – Taufe und so weiter… Das war eine Chance. Das war wunderbar!“ (Studie S.82)

Die Mitarbeit beim Konfi 3 zeigt bei einigen Familien Veränderungen ihres religiösen Lebens: ein knappes Drittel bemerkt, selbst im Glauben gewachsen zu sein; ebenfalls ein Drittel hat durch die Mitarbeit neue Freude gefunden; die stärkste Veränderung zeigt sich in der Beobachtung eines starken Drittels, dass zuhause öfter über Glaubensfragen gesprochen wird.

Diese Bereitschaft und Offenheit der Eltern zu unterstützen und zu begleiten, ist eine der wichtigen Aufgaben der Hauptamtlichen beim Konfi 3. Gleichzeitig ist es eine große Chance, zu einem Teil der Gemeinde Kontakt zu bekommen, dem man sonst kaum in der Kirche begegnet. In jedem Fall stellt Konfi 3 die Frage nach notwendiger Schwerpunktsetzung im Pfarramt, nach einem Gesamtkonzept der Gemeindearbeit. Es kann u.U. sinnvoll sein,  zeitweise die Hauptamtlichen an anderer Stelle zu entlasten.

Erfolgreich erwiesen hat sich bei der Gewinnung Ehrenamtlicher – nach einer schriftlichen Information – der persönliche Kontakt zu den betroffenen Eltern, sei es durch informierende Elternabende, Telefonate oder durch Besuche. Das Aufbauen einer Beziehungsebene und das persönliche Engagement der Hauptverantwortlichen spielt dabei eine förderliche Rolle.

Hilfreich ist es auch, die Eltern des letzten Jahrgangs mit einzubeziehen, da diese aus ihrer Perspektive erzählen können und oft die neuen Kinder und Eltern eher kennen.

Immer wieder wird betont, dass die zeitliche Begrenztheit des Konfi 3, der Projektcharakter dieses Modells, die Eltern zur Mitarbeit ermutigt hat. Begründet wird die Machbarkeit häufig auch mit guter Vorbereitung und dem zur Verfügung gestellten Material. Die Möglichkeit, zu zweit die Gruppe zu leiten, erleichtert vielen den Einstieg. Negative Erfahrungen werden von den beteiligten Eltern wenig genannt, am ehesten die Enttäuschung über das mangelnde Interesse einiger Eltern.

Wie häufig im Grundschulbereich sind es v.a. die Mütter, die sich für ihre Kinder engagieren. Allerdings nicht, wie immer wieder gemutmaßt wird, weil Konfi 3 eher eine „Sache für die (Haus)Frauen“ sei. Immerhin sind 61% dieser Mütter berufstätig. Dennoch wäre es sinnvoll, darüber nachzudenken, wie auch Väter von Konfi 3-Kindern zur Mitarbeit ermutigt werden könnten.

Der Großteil der Ehrenamtlichen im Konfi 3 sind im Idealfall die Eltern des betreffenden Jahrgangs – mit allen Chancen und Schwierigkeiten. Doch ist es wichtig, auch immer wieder Mitarbeiter aus der Kinder- und Jugendarbeit mit einzubinden (z.B. bei Großgruppentreffen, besonderen Aktionen…), um Konfi 3 mit den bestehenden Angeboten in der Gemeinde zu verknüpfen.

„Es ist für mich auch Gemeindeaufbau, unbedingt. Und es ist ein „In-die-Nähe-Führen von Menschen, die keine Heimat in der Kirche haben. Und das gelingt jetzt schon. Am Anfang war das so, dass wir eher die gewinnen konnten, die sowieso in der Gemeinde engagiert waren, aber immer stärker zieht das große Kreise und ich würde schon in diesem Schuljahr agen, dass da viele Familien sind ,die sonst wenig Kontakt zur Kirchengemeinde haben.“(Studie S.71)

 

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